Bei der Veröffentlichung von Bauberichten für 1:43,5 Waggons werde ich immer wieder auf meine von mir entwickelte Lötvorrichtung zur Bestückung von Waggonfahrwerken angesprochen. Ich hatte bei der "Entwicklung" der Vorrichtung nur einige Skizzen gemacht, die ich so nicht zeigen kann. Aus diesem Grund habe ich nun eine Beschreibung und zugehörige Zeichnungen erstellt.
Der Nachbau der Vorrichtung ist für den privaten Gebrauch gestattet, die kommerzielle Nutzung der Bilder und Zeichnungen ist verboten! Die Rechte liegen beim RAW Lochhausen Modellbau Robert Peter
Der Aufbau der Vorrichtung
Wie im Bild oben zu sehen besteht die Vorrichtung aus zwei hohen Ständern, einer linken und rechten Lagerplatte mit angeschraubter Fixierplatte, den Führungsstangen, linker und rechter Lagerwelle, den vier Haltern für die Achslagerführungen, der 14 Halter für Kastenstützen/Chassis und einer stabilen Siebdruckplatte als Grundplatte.
Als Basis dient der Grundrahmen eines Fahrwerks aus Längs- und Querträgern mit Pufferbohle. Diesen Grundrahmen, sofern er nicht ohnehin schon im Bausatz vorliegt wie bei denen von Werner Scholze, erstelle ich mit der Lötvorrichtung von Wolfgang Müllner (Spur0tuning).
Die Höhe der beiden Ständer ermöglicht das Ablegen von Werkzeugen direkt unter der Arbeitsebene. Der linke Teil mit Ständer und Lagerplatte ist fest gelagert, der rechte Teil mit der Lagerplatte gleitet auf den Führungsstangen und ist in der Länge einstellbar.
Die einzelnen Halter auf den Führungsstangen werden mit DIN Skalenringen fixiert. Dadurch ist man in der Lage, die Achslager und Kastenstützen gleicher Wagen ohne weitere Verstellung nacheinander sicher und maßhaltig zu verlöten.
Der Grundrahmen des Wagens wird mit den Pufferbohlen über die Fixierplatten und die beiden 2 mm Passstifte eingespannt.
Es gibt über die Halter für die Kastenstützen auch die Möglichkeit ein Chassis zur Weiterbearbeitung auf die Vorrichtung zu spannen wenn die Pufferbohlen bereits bestückt sind. Auch eine senkrechte Einspannung über die Kastenstützen des Fahrwerks zur Bestückung der Pufferbohle ist möglich.
Soweit die allgemeine Beschreibung der Vorrichtung. Nun wird die Vorrichtung Stück für Stück beschrieben.
Die Vorrichtungsfüße
Im Bild links ist das Festlager der Vorrichtung zu sehen. Als Lagerwelle dient ein Sackloch-Passstift mit 8 mm Durchmesser, der mit einer Senkschraube mit der Lagerplatte verbunden ist.
Die Führungsstäbe aus 4 mm Silberstahl sind in die linke Lagerplatte eingeschraubt (M2,5) und mit Beilagscheibe und Mutter M2,5 gekontert und ein Verdrehen oder Lockern zu vermeiden.
Ein Abstandhalter aus einem Messingrohr mit Innendurchmesser 8 mm und ein "Skalenring" mit M2,5 Stiftschraube verhindert das Wandern der Lagerplatte auf der Lagerwelle.
Hier ist die rechte verschiebbare Seite der Vorrichtung zu sehen. Die Lagerwelle ist diesmal eine längere Stange aus Silberstahl mit 8 mm Durchmesser, an der an einem Ende per Senkschraube wieder die verschiebbare Lagerplatte befestigt ist.
Mit dem Skalenring links vom Haltewinkel wird die Vorrichtung nach dem Einspannen eines Grundrahmens fixiert, die Schraube mit der festgelöteten Mutter klemmt die Vorrichtung in jeder beliebigen benötigten Stellung. Zuerst hatte ich hier einen Knebel installiert, der behinderte aber bisweilen die Drehung der Vorrichtung, deshalb bin ich bei der angelöteteten Mutter "gelandet".
Die Befestigung des Grundrahmens in der Vorrichtung
Kommen wir nun zur Befestigung des Grundrahmens in der Vorrichtung. Hierzu dient die auf die Lagerplatte aufgeschraubte Fixierplatte und die beiden längeren Passstifte mit 2 mm Durchmesser:
Der Grundrahmen wird mit der Pufferbohle zwischen Fixierplatte und Passstifte gelegt und mit den beiden M2 Schrauben festgespannt. Das nächste Bild zeigt den eingespannten Grundrahmen.
Die Bestückung der Pufferbohle
Die Bestückung der Pufferbohle bedingt eine senkrechte Aufspannung des Fahrwerks. Hier kommt der Vorteil der Höhe der Vorrichtung zum Tragen.
Auch hier werden zwei Halter Kastenstützen so eingestellt, dass sie das Fahrwerk zwischen den Längsträgern einklemmen und die Kastenstützen auf den Haltern aufliegen. Zur Sicherheit klemme ich das Ganze auf einer Seite mit einer Parallelzwinge.
Nun kann die Pufferbohle bequem von oben bestückt werden.
Die Befestigung des Fahrwerks nach Bestückung der Pufferbohle
Die Befestigung des Fahrwerks bei bestückter Pufferbohle ist über die Fixierplatte nicht mehr möglich. Trotzdem gibt es die Möglichkeit mittels zweier gegensätzlich über die Kastenstützen verspannter Halter Kastenstützen das Chassis zu Fixieren. Die Enden der Halter greifen in die Längsträger ein und werden über die Klemmschrauben in den Haltern in dieser Position auf den Führungsstangen fixiert. Dadurch kann das Fahrwerk auch bei Drehungen um 360 Grad nicht aus der Klemmung fallen. Man erreicht nun bequem alle Stellen des Fahrwerks um z.B. die Bremsluft- und Heizungsleitungen zu verlegen.
Die Zeichnungen zur Vorrichtung
Abschluss der Beschreibung
Damit ist meine Vorrichtung soweit beschrieben um den Nachbau zu ermöglichen. Sollen auch längere Wagen damit gebaut werden, dann würde ich vorschlagen den Durchmesser der Führungsstangen auf 5 mm zu erhöhen. Die dazu notwendigen Änderungen an den einzelnen Teilen der Vorrichtung hat sollte jeder Interessierte im Griff haben.
Ich freue mich, dass die Vorrichtung bei vielen auf großes Interesse gestoßen ist, anscheinend ist die Gilde der Messing-Selbstbauer bei der Spur0 doch nicht so klein wie immer gemunkelt wird und wünsche viel Spaß beim Nachbau und besonders später bei der Verwendung der Vorrichtung!
Erklärungen
Marco hat gefragt ob die Bohrungen für die beiden Passstifte enthalten sind. In dem Zeichnungsausschnitt unten sind die Passstifte die als Auflage für den Grundrahmen dienen gekennzeichnet. Man sieht die ja auf den ersten Blick nicht, weil die nur 2 mm Durchmesser haben.
Marco hat noch einen Fehler gefunden! Der Abstand der Bohrungen zueinander war zu groß, jetzt ist der Abstand auf Vorschlag von Marco von 51 mm so groß wie der Abstand der M2 Gewinde auf der Fixierplatte! Vielen Dank für den Hinweis!
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Marco Krämer (Donnerstag, 22 Januar 2026 05:48)
Hallole,
fehlen bei der Lagerplatte die Bohrungen für die 2 Passstifte ?
MfG
M. K.
Robert Peter (Donnerstag, 22 Januar 2026 09:01)
Hallo Marco,
die beiden Passstiftbohrungen sind schon drin, fallen halt in dem ganzen Wust an Maßen nicht so auf. Die Passstifte sind 22,5 mm von der Oberkante entfernt, ich habe ein Bild mit markierten Bohrungen in die Homepage eingestellt.
Viele Grüße,
Robert
Marco Krämer (Donnerstag, 22 Januar 2026 14:10)
Hallole,
laut Zeichnung ist der Abstand 71mm ....
Im Foto etwa 30mm....
Etwas viel für eine 58mm breite Pufferbohle....
Ideal wären 51mm, genau unterhalb der Halteschrauben...?
MfG
Marco Krämer
Robert Peter (Donnerstag, 22 Januar 2026 14:21)
Hallo Marco,
Du hast recht, ich ändere das gleich noch!
Viele Grüße, Robert
Dirk (Donnerstag, 22 Januar 2026 19:10)
Hallo Robert,
ja im Werkzeugbau lernt man so einige Tricks und Kniffe, welche einem später das Leben im Modellbau leichter machen. Putzig finde ich nun wieder, dass quasi Werkzeugmacher untereinander - es war auch mein Ausbildungsberuf - sich bei einer solchen Vorrichtung über den Weg laufen.
Da ich, aber noch in einem anderen Job, berufstätig bin, kam die Frage zum Nachbau auf. ;-)
Viele Grüsse und Danke,
Dirk
Robert (Freitag, 23 Januar 2026 08:00)
Hallo Dirk,
Ja, der erlernte Beruf prägt einen. Ich versteh Deine Nachricht nicht ganz. Ich habe ja den Nachbau für private Zwecke ausdrücklich freigegeben (ganz oben im Bericht in roter Schrift). Für eine Fertigung für Andere habe ich leider keine Zeit, meine Aufträge an Wagen und Loks beschäftigen mich noch eine ganze Zeit und ich hab ja noch mein "Privatregal".
Viele Grüße, Robert
Dirk (Freitag, 23 Januar 2026 10:15)
Hallo Robert,
ich bin derjenige, welcher im Forum die Anfrage gestellt hat ;-) Mein Beitrag bezieht sich auf deine Vorichtung allgemein und sollte meinen Dank ausdrücken, dass du dies mit der Aussenwelt teilst und privat zur Verfügung stellst.
Bauen werde ich mir die allein, mit kleineren Änderungen. Ich beneide dich ein wenig ob der Freizeit, welche bei mir noch einige Jahre auf sich warten lassen wird.
Gruss, Dirk